Junifee
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Das ist ein guten Plan. So ähnlich will ich e
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Ausgewählter Beitrag

Soll ich oder soll ich nicht

Eine ganze Weile habe ich überlegt, ob ich die Rubrik "Gewichtiges" aufmachen soll oder nicht.

Vor Jahren gab es unter diesem Thema mal ein paar wenige Einträge.

Nun möchte ich es doch wieder reaktivieren, einfach um meine Gedanken dazu später einmal nachlesen zu können. Und wen es interessiert, der liest mit und wer nicht, der schaue einfach drüber hinweg.

Wie ich schon in anderen Beiträgen erwähnt habe, zähle ich seit Mitte Januar Kalorien und habe seit Anfang des Jahres ca. 7,7% meines Gewichtes verloren - einiges davon nur Wasser.

Ein Gedanke vorhin beim Treppen hinuntersteigen (das ich aufgrund meiner Problematiken mit den Knien und dem Rücken nur mit Festhalten und Abstützen auf dem Geländer bewerkstelligen kann - dafür aber inzwischen nicht mehr wie ein kleines Kind mit immer nur einer Stufe auf einmal mit beiden Füßen, sondern wie es für Erwachsene üblich ist: ein Fuß, eine Stufe): Egal wie weit ich dieses Mal mit der Gewichtsreduktion komme - NIE WIEDER RAUF!!!

Einige von den Mitlesern*/innen kennen mich und mein Körpervolumen persönlich - ich bin nicht nur übergewichtig, ich bin schwer Adipös..... so schwer, dass ich Hemmungen habe, die Kilozahl hier aufzuschreiben - ich werde also immer nur in Prozenten sprechen, das fällt mir leichter.
Wichtig zu wissen ist für die, die hier mitlesen (zumindest finde ich das), dass ich eine Essstörung habe. Ich bin süchtig nach Essen, am liebsten natürlich Süßes, Fettiges und Kalorienhaltiges, denn das gibt ein gutes Gefühl, macht mich glücklich und zufrieden.... Essen ist bei mir psychisch bedingt - geht es mir nicht gut, dann tröste ich mich mit Essen.
Wer von Euch schon einmal nach irgendetwas "süchtig" war (nicht alles was süchtig macht, ist auch als Sucht anerkannt und man kann von vielem abhängig werden) z. B. Zigaretten, Alkohol, Erfolg, Sport...... der kann sich vielleicht vorstellen, was es bedeutet auf sein "Suchtmittel" zu verzichten. Es gibt einem Trost, baut einen auf, lässt sich einen gut fühlen wie sonst kaum etwas anderes und fehlt es, dann ist das ganz ganz schlimm. Noch ein wichtiger Punkt bei der ganzen Geschichte ist, dass der Verzicht auf Essen nicht ganz so "einfach" ist wie der Verzicht bei manch anderer Sucht (alle Betroffenen mögen mir bitte verzeihen, ich will damit nicht sagen, dass es leicht wäre!) - ich selbst habe geraucht und damit vor 3 Jahren aufgehört und im Vergleich zum Essensverzicht war das leicht für mich. Denn hier heißt es ganz oder gar nicht, ich kann ohne Zigaretten überleben, aber nicht ohne Nahrung. Jeden Tag bin ich aufs Neue der Versuchung ausgesetzt mehr als das nötige an Kalorien zu mir zu nehmen, Essen sinnlos in mich hinein zu stopfen, weil es mir ein gutes Gefühl macht.
Dass das unter Umständen nach einiger Zeit danach anders aussieht, steht auf einem anderen Blatt! Und ich sage Euch, man wird Meister im Verdrängen solcher Gedanken!

Eine Zeitlang hatte mein Süßigkeitsverlangen tatsächlich die Formen einer ganz offensichtlichen Sucht angenommen und als ich das bemerkte, hat es mich sehr erschreckt! Auf meinem Weg ins Büro habe ich überlegt, ob ich noch genug Süßes in meiner Schreibtischschublade gebunkert habe..... Oh Schreck, da war nur noch eine halbe Packung Plätzchen - ich habe fast schon Panik bekommen bei dem Gedanken, bei dem Gedanken ich hätte nicht genug Süßes um den Tag zu überstehen. Also schnell vorher noch zum Supermarkt und mehr eingekauft, damit mir mein Suchtmittel nicht ausgeht.... und obwohl es mir Angst gemacht hat, konnte ich doch nicht anders!

Mein Übergewicht rührt nicht aus einer körperlichen Erkrankung heraus, sondern aus einer seelischen. Was genau der Grund ist, darüber möchte ich hier nicht berichten, denn das ist mir, auch wenn ich hier schon viel von mir entblöße, doch zu persönlich und tut auch nichts zur Sache.
Was ich damit eigentlich sagen will, ich weiß warum ich zu viele Kilos auf den Rippen habe. Ich nehme mehr Kalorien zu mir als ich verbrauche. Ich weiß auch wie es anders geht, aber das Umsetzen ist so verdammt schwer. Es ist mit großer Willensanstrengung und Kampf verbunden, aber ich weiß auch, dass es machbar ist.
Schon einmal habe ich vor ein paar Jahren 30% meines Gewichtes abgebaut und es über ein paar Jahre gehalten. Dann aber kamen wieder schwere psychische Belastungen und die Kompensation begann erneut übers Essen.

Warum ich das ganze tue?
Weil es mir gut tut am Ende!

Und damit meine ich nicht die Äußerlichkeiten. Obwohl die natürlich auch eine Rolle spielen und gut tun am Ende
Ich spreche davon, dass meine Schmerzen weniger werden oder ganz aufhören.
Das ich wieder normal Treppensteigen kann.
Dass ich nicht täglich Rücken- und / oder Knieschmerzen haben werde.
Dass mein Ermüdungsbruch nicht dauernd wieder aufflackert.
Dass die Wassereinlagerungen weniger werden.
Dass ich besser in meinen Autositz passe.
Dass das Motorradfahren besser wird weil ich mich besser bewegen kann.
Dass ich meine Schnürsenkel wieder problemlos zubinden kann.
Dass ich wieder das Gefühl habe die Treppen hinauf springen zu können.
Dass mir auch das Kleidung kaufen wieder Spaß macht und nicht nur das bestmögliche Verhüllen des Elendes ist.
Dass ich ein bisschen Ausdauersport machen kann und dadurch meine Kurzatmigkeit besser wird.

Ich will hier niemanden missionieren. Ich weiß nicht alles besser, ich will hier keine Ernährungform "verkaufen". Bei meiner letzen Gewichtsabnahme habe ich mich an das Konzept der "Gewichtsbeobachter" gehalten, das hat damals gut funktioniert - ich bin der Meinung, dass das heutige Konzept für mich als Essgestörte nicht mehr passt, deshalb habe ich mich fürs Kalorienzählen entschieden (nach einer kleinen Meinungsverschiedenheit mit einer sehr, sehr lieben Freundin, die mir seitdem jederzeit mit Rat und Tat zur Seite steht wenn ich sie brauche). Mein Programm ziehe ich so durch, wie ich es für richtig halte und bisher funktioniert es ganz gut - ich versuche alle meine "Befindlichkeiten" zu berücksichtigen (z. B. kann ich nicht schwimmen gehen, da meiner Knie das nicht mitmachen, oder kann nicht ganz auf Kohlehydrathe verzichten, da ich sonst Fressattacken kriege). Man muss das für sich passende herausfinden und umsetzen - nur ganz klar ist: Ohne ein bisschen Verzicht, Umstellung und Anstrengung geht es nicht.

Aber!! Nach einer Weile fängt auch an Spaß zu machen
Jeder Tag, an dem ich meine Kalorienzahl eingehalten oder unterschritten habe, macht mich stolz.
Wenn ich merke, dass ich mich besser bewegen kann, fühle ich mich gut.
Weniger Schmerzen machen mich glücklich.
Wenn die Hose nicht mehr kneift, dann werde ich euphorisch.
Und ich werde gierig.... gierig nach mehr davon

Junifee 15.03.2019, 05.00

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