Junifee
Letzte Kommentare:
Pat:
Sieht gut aus, Dein neues Sofa. Dann kann der
...mehr

Erika Simmonds:
Hast Du mal Lust an den Treffen der Migräne-S
...mehr

Gudrun:
Dann wünsche ich frohes Schaffen und viel Fre
...mehr

Sigrid :
Genau! Geht mir gerade auch so ;-)LG Sigrid
...mehr

Ester:
Ähm nein, die Rhabarbersaison ist genau wie d
...mehr

Alles began mit dem Entschluß den Motorradführerschein zu machen.
Dazu kam meine Leidenschaft für Schottland und die beiden Aussagen, dass SCO auch Bikers Heaven genannt wird und Motorradfahrer sagen, dass jeder Straßenbauer in diesem Land auch Motorradfahrer sein müsse.

Was für ein Vorhaben, was für ein Abenteuer!
Da habe ich erst seit September letzten Jahres den Motorradführerschein, bin noch nicht viele KM gefahren und trotzdem so "verrückt" mir eine solch große Tour vorzunehmen!
Nachdem ich
mein Vorhaben verkündet hatte, fanden sich ganz schnell noch weitere Menschen, die mitreisen wollen, u. a. meine Freundin N. die mit mir den Führerschein gemacht und ungefähr genausoviel Fahrpraxis hatte.

Minimum waren 2.500 KM in 10 Tagen (wegen des regnerischen Wetters wurden es auch nicht viel mehr), dazu noch der Linksverkehr (den die anderen noch nicht mal mit dem Auto kannten) und die vielen Kreisel, die es dort gibt...

Aber alle haben es gut gemeistert, wir kamen ohne Verluste bei Mensch oder Maschine durch (bis auf zwei KG, die ich verloren habe grinsen.gif) und es hat allen gefallen (allerdings hätten wir uns alle ein bisschen weniger Regen und Wind gewünscht).

Teilnehmer: 5 Personen (3 Frauen, 2 Männer)
Fahrzeuge:
- Kawasaki ER-6n
- Suzuki Bandit
- Yamaha SR
- Yamaha XJ6
- Yamaha XJ6 Diversion
- Mercedes Vaneo (in dem die SR und unser Gepäck transportiert wurden - der Fahrer der SR wollte die lange Strecke ungerne mit der 34 PS Maschine fahren - O-Ton:"Da schlafe ich ja auf der Autobahn ein")


Samstag früh um 7:00 Uhr ging es los - alle fünf Teilnehmer waren (relativ) pünktlich und gut gelaunt (ohne relativ elch.gif)

Nach ca. 1,5 Std. war der erste Stop angesagt - fürs Frühstück. Obwohl 500 km Gesamtstrecke für diesen Tag vor uns lagen, ließen wir uns Zeit und saßen eine gute Stunde in der Raststätte. Trotz der frühen Stunde war mir angenehm warm. In weiser Voraussicht hatte ich mein warmes Innenfutter in die Motorradjacke gemacht.
(Wer mich kennt, weiß was das heißt... Ich hätte nie gedacht, dass ich das jemals brauchen würde, bin ich doch eher das Gegenteil einer Frostbeule - und ich sollte es vor der Rückkehr aufs Festland leider auch nicht wieder heraus nehmen.)

Nach mehreren Tank-und-Futter-Stops, ca. 30 Min. Stop-and-go in der Nähe von Köln und einem kleinen Umweg wegen Tankstellensuche in Holland, erreichten wir nach 7,5 Std. die Fähre. Es überraschte mich, wie viele Motorradfahrer schon vor uns warteten und es wurden immer mehr.


Hier fährt unser "Begleitfahrzeug" auf die Fähre.


Und hier sieht man die "Schlafplätze" unserer Moppeds


Das Wetter...


...der feucht-fröhliche Abend an Bord...


...die Nacht...


...der Sonnenaufgang am nächsten Morgen...


..und die Aussicht voraus.


Nach einem leckeren Abendessen, einer ruhigen Nacht und einem ebenso leckeren Frühstück, konnten wir um 9:30 Uhr die Fähre verlassen und versammelten uns auf dem Parkplatz - ganz britisches Wetter began es just zu diesem Zeitpunkt zu nieseln...

Nach zwei kleinen Verfahrern waren wir endlich auf der A68 Richtung Schottland unterwegs. Eine geniale Straße - nicht wegen der Aussicht oder gar der motorradfahrerfreundlichen Kurven, sondern wegen der unzähligen "Blind Summits" (unübersichtliche Kuppen)... DIE HABEN RICHTIG VIEL SPASS GEMACHT!!!

Als wir uns der englisch/schottischen Grenze näherten began ich nach DEM Parkplatz und dem berühmten Grenzstein Ausschau zu halten - wollte ich doch endlich auch einmal ein Foto davon haben


Nach einem relativ kurzen Aufenthalt dort, ging es weiter Richtung Jedburgh, wo wir gegen Mittag eintrafen. Hungrig machten wir uns auf der Suche nach einem Restaurant oder etwas ähnlichem. Unsere ersten beiden Versuche waren nicht von Erfolg gekrönt, aber in der zweiten Anlaufstelle (eine kleine Bar) konnte uns der Wirt wenigstens ein Pub in der Nähe empfehlen. Wir machten uns auf den Weg dorthin und waren, als wir eintrafen, die einzigen Gäste. Trotz der Skepsis eines der Mitreisenden ("..ich befürchte, dass das Essen nicht besonders sein wird, wenn wir hier die einzigen Gäste sind.."), war das Essen lecker, reichlich, preiswert und die Bedienung überaus freundlich und hilfsbereit. Zum Schluß gab es für uns 5 noch 3 Portionen Chocolate-Fudge-Cream-Cake (oder so ähnlich), der sehr kalorienhaltig und extrem lecker war!

Anschließend liefen wir uns wenigstens ein paar der Kalorien bei der Besichtigung von Jedburgh Abbey wieder ab.













Nachdem es auf der ganzen Strecke nach Jedburgh immer wieder mal genieselt oder leicht geregnet hatte, began es nach der Abfahrt "richtig" zu regnen,  so dass wir den Besuch von Melrose Abbey kurzentschlossen entfallen ließen - bei dem Wetter wollten wir die noch relativ lange, verbleibende Strecke so schnell als möglich hinter uns bringen. Bedingt durch eine Straßensperrung mussten wir ungeplant auf die Autobahn ausweichen, was sich aber am Ende als gut herausstellte - so kamen wir wenigstens zügiger voran und bei Regen machen auch die schönsten Straßen und Strecken nicht wirklich Spaß.
Wir hatten also gleich am ersten Tag die Gelegenheit die viel gerühmten griffigen Straßen Schottlands im Regen zu testen! Und ich muss sagen, ich bin dort bei Regen besser gefahren als auf manch trockener Straße in Deutschland.

Gerade noch rechtzeitig zum Abendessen (20:45 Uhr) kamen wir in Arrochar an. Wir fuhren direkt zum Restaurant, ohne vorher unsere Unterkunft aufsuchen und trockene Klamotten anziehen zu können - was warmes, vernünftiges zu essen war uns wichtiger als die Regen- und Motorradklamotten loszuwerden (sonst hätten wir nix mehr zum Essen bekommen).

Nachdem wir gut gegessen hatten, brachen wir auch bald auf - die Motorräder mussten ja noch untergebracht (direkt bei der Unterkunft konnten wir nicht parken), zu Fuß der kleine Hang, auf dessen Kuppe unser B+B lag, bewältigt, das Gepäck ausgeladen und das Nötigste ausgepackt werden. Unser B+B war ein mir wohlbekanntes und unser liebenswürdiger Gastgeber lud uns noch auf einen Whisky in sein privates Wohnzimmer ein - dort verbrachten wir bei prasselndem Kaminfeuer noch einen netten, gemütlichen und lustigen Abend. Erst weit nach Mitternacht kehrte endlich Ruhe im ganzen Haus ein

Nach einem ausgedehnten Frühstück - mit sehr regnerischer Aussicht - ging es nach dem Auftanken der Fahrzeuge auf die ca. 200 km lange Strecke in Richtung unseres Cottages in der Nähe von Drumnadrochit. Aufgrund des Wetters entschieden wir uns für die kürzestmögliche Strecke, denn es sollte den ganzen Tag regnen... und das tat es auch!

Viel konnten wir von der schönen Landschaft nicht genießen. In Abständen von 1 bis 1,5 Stunden machten wir halt, damit wir uns ein wenig Aufwärmen und etwas essen konnten. An diesem Tag waren wir mehr als einmal dankbar ein Auto dabei zu haben - wir konnten unterwegs die durchgeweichten Handschuhe gegen trockene tauschen und unser "Autofahrer" trocknete die durchnässten mit der Frontscheibenheizung (überflüssig zu erwähnen, dass er bei gefühlten 35° C im T-Shirt im Auto saß ). Ca. 40 km vorm Ziel, in Fort Augustus, war N fast so weit, dass sie vom Motorrad auf Auto getauscht hätte, denn aus ihren nicht-wasserdichten Stiefeln lief ihr das Wasser und ihre Füße fühlten sich wie Eisklumpen an. Aber als sie hörte, dass es nur noch 40 km waren, beschloss sie, dass sie die auch noch schaffen würde - tapferes Mädel!

Gegen 17 Uhr erreichten wir angestrengt und durchgefroren unser Cottage, entluden Gepäck und SR und dann wurden die Mädels zum Einkaufen "geschickt" (keine Ahnung was die Männer in der Zwischenzeit gemacht haben - Koffer ausgepackt auf jeden Fall nicht lachen.gif ). Wir haben uns dann so ziemlich mit allem nötigen für die nächsten Tage eindeckt. Unser SR-Fahrer hatte sich freiwillig gemeldet das erste Abendessen zu kochen - kurz vom Verhungern (*g*) gab es eine wirklich leckere Bolognese mit Nudeln.

Am nächsten Tag war uns das Wetter wenigstens teilweise hold - nach einem gemütlichen und ausgedehnten Frühstück fuhren wir mit den Zweirädern nach Culloden. Nachdem wir uns die Ausstellung und eine Vorführung angesehen hatten, ging es nach einem kleinen Spaziergang über das Schlachtfeld wieder zurück Richtung Loch Ness. Dort nahmen wir an der Bootstour zu Urquart Castle teil um die Ruine zu besichtigen. Im Laufe unseres Aufenthaltes wurde das Wetter leider schlechter, es began wieder leicht zu regnen, und so entschieden wir, nach der Rückkehr mit dem Boot zur Unterkunft zurück zu fahren, wo wir aber doch noch ziemlich trocken ankamen.

Am anderen Morgen beschlossen wir, dass es mit dem Auto zu einer Whiskydestille gehen sollte. Nach einem Anruf bei Macallen, wo uns mitgeteilt wurde, dass alle Führungen voll seien, brachen wir in Richtung Glenfiddich auf - dort musste man sich nicht anmelden und mit etwas Glück und Geduld konnten wir sogar an einer deutschsprachigen Führung teilnehmen!







Überflüssig zu erwähnen, dass NATÜRLICH an diesem Tag sonniges und trockenes Wetter herrschte...

Am Donnerstag wollten wir es trotz des vorhergesagten wechselhaften Wetters wagen uns mit den Motorrädern Richtung Eilean Donan Castle auf den Weg zu machen. Wechselhaft war es!!! Und heftige Windboen hatten wir! Aber die Strecke war super!!!

Ich hatte eine "Rundfahrt" zusammengestellt, damit wir nicht auf dem Hin- und Rückweg die gleichte Strecke fahren würden und das hat sich gelohnt. Die Straße für den Hinweg kannte ich noch nicht und wusste daher nicht, was uns erwarten würde: eine schöne kurvige Strecke mit tollen Steigungen, Gefällen und Aussichten - einfach klasse! Einzig das Tanken hat mir irgendwann unterwegs Sorgen gemacht, denn es wollte und wollte keine Tankstelle auftauchen. Aber am Ende hat der Sprit dann doch gereicht.

Nach der Ankunft und den obligatorischen Fotos mit der Burg im Hintergrund und dem Dudelsackspieler zwischen uns, besorgten wir uns unsere Eintrittskarten (wir durften unsere Tankrucksäcke und Helme an der Kasse lassen - wie übrigens in fast allen Einrichtungen in denen wir waren) und machten uns auf zur Erstürmung der Burg ;o)








Wie man sieht hatten wir auch mal Sonnenschein und blauen Himmel - allerdings nicht sehr lange.



Da hinten stehen unsere Moppeds (4 rechts, 1 links).


Auf dem Rückweg machten wir noch einen kleinen Umweg über die Skye-Bridge - ich wollte doch soooo gerne mal mit dem Motorrad über diese riesige Brücke fahren! Wir umrundeten den roundabout am anderen Ende der Brücke und fuhren gleich wieder zurück - gerne hätte ich den anderen noch ein wenig von der Isle of Skye gezeigt, aber der Wind war sehr heftig, der Nachmittag schon fortgeschritten und das Wetter wurde immer schlechter. Bemerkenswert war, dass der Wind auf dem Hinweg über die Brücke so heftig war, dass wir teilweise in Schräglage fahren mussten... aber als wir dann aber eine Minute später zurück fuhren, war es absolut windstill!

An unserem letzten Tag in den Highlands ging es dann in die "Hauptstadt" der Highlands - nach Inverness. Auch an diesem Tag nutzen wir das Auto - zum einen wegen der Klamotten, wer will schon in Motorradstiefeln + mit dem Helm in der Hand durch die Stadt stiefeln, zum anderen weil ich keine Idee hatte, wo wir unsere Maschinen abstellen sollten (das weiß ich allerdings inzwischen) - und auch an diesem Tag schien NATÜRLICH die Sonne!




Hier waren wir im Museum, wo man sich in der Mehlherstellung versuchen konnte.


Wir haben erfahren, dass es das Mühlespiel schon seeehr lange gibt... und N hat U geschlagen


Leider war es das fast schon wieder für unseren Urlaub. Am nächsten Tag ging es zurück zur ersten Unterkunft, auch wieder auf dem kürzesten Weg, denn es war weiterer Regen angesagt. Dieses Mal war es wirklich sehr viel Regen!!! 15 Liter auf den Quadratmeter waren vorhergesagt - das Fahren an und für sich ging gut, aber wir hatten überhaupt keinen Spaß - N hatte wieder nasse und eiskalte Füße, mir lief irgendwann der Regen hinten in den Kragen und mein T-Shirt war total durchnässt und S hatte eiskalte Hände. Auch dieses Mal hielten wir bei jeder Gelegenheit um uns von innen und außen aufzuwärmen. Gegen 16:30 Uhr kamen wir in der Unterkunft an, hängten die Klamotten zum Trocknen auf und trieben beim sich-warm-duschen den Wasserverbrauch in die Höhe.
Irgendwann aber waren wir alle wieder warm und genossen abends noch einmal ein schmackhaftes Essen im örtlichen Restaurant.

Am nächsten Morgen brachen wir zeitig auf - immerhin lagen wieder einige Kilometer vor uns. Glücklicherweise sollte der Regen im Laufe des Tages weniger werden und tatsächlich ließ sich immer häufiger die Sonne blicken.

Auch auf dem Rückweg machten wir halt am Schottlandstein und ich musste unbedingt noch ein paar Beweisfotos schießen




Und zum Abschluß noch ein Blick auf den Motorradschlafplatz - dieses Mal durften wir aufs Autodeck. Nochmal soviele Reihen wie ihr hier sehen könnt standen vor uns - der Wahnsinn!


Am letzten Abend auf dem Schiff haben wir uns bei Live-Musik in einer der Bars noch köstlich amüsiert - ich kam mir vor wie in einem Kurort: Morgens Fango abend Tango *gröhl*

Wir schipperten noch lange an der Küstenlinie entlang. W ist das irgendwann aufgefallen, worauf ich meinte: "Wir fahren über Nacht einmal drum herum (GB) und morgen früh legen wir dann wieder in Newcastle an und fahren zurück nach SCO."

..und ich sage euch in diesem Moment wünschte ich dass das nicht nur ein Scherz wäre!
 


Anmerkungen zum Schluß:
- Ich bin so durchgespustet und sauber gewaschen, dass ich sicher für das nächste halbe Jahr weder Dusche noch Föhn brauche
- Wir hatten jede Menge aufregende Strecken die viel Spaß machten - trotz Wind und Regen.
- Kaum zu glauben, aber nach der Hälfte der Zeit hatte ich mich richtig an die Motorradklamotten gewöhnt.
- So viel gelacht wie in diesen 10 Tagen habe ich schon lange nicht mehr.
- Die Arbeitsteilung hat problemloser geklappt als erwartet.
- Auch wenn ich sonst alleine klar komme, war es doch nett die Männer (ganze Kerle! zwinker2.gif ) dabei gehabt zu haben - sie haben uns Mädels beim Schieben der Maschinen geholfen, haben die Einkäufe geschleppt und uns mit Hustentropfen und Massagen für die schmerzenden Glieder versorgt.
- Gedanken hatte ich mir vor der Reise gemacht, wie sich die Motorradfahrer in Schottland wohl grüßen - die Linke ist ja dort dem Straßenrand zugewandt.... dort nickt man sich zu!


RSS 2.0 RDF 1.0 Atom 0.3
Suche
Es wird in allen
Einträgen gesucht.